40 JAHRE AUDI QUATTRO: DIE MEILENSTEINE

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    Wer quattro sagt, meint Audi, und wer Audi sagt, meint sehr oft quattro: Das Prinzip der vier angetriebenen Räder ist eine tragende Säule der Marke – über 40 Jahre hinweg. Seit dem Debüt des Ur-quattro auf dem Genfer Automobilsalon 1980 hat Audi fast elf Millionen Autos mit quattro-Antrieb produziert und dabei die Allrad-Technologie immer weiter vorangetrieben. Ihr jüngster Stand ist der elektrische quattro mit elektrischem Torque Vectoring.

    49.900 Mark betrug der Grundpreis des Audi Ur-quattro bei seiner Markteinführung 1980. Genau zum selben Preis bot Porsche den 911 SC an.

     

    12 Ingenieure unterstützten den heute in Hameln lebenden Projektleiter Walter Treser (rechts) ab Februar 1977 bei der Entwicklung des ersten Audi mit permanentem quattro-Antrieb.

     

    40 Jahre quattro: Die Meilensteine

    Als der Audi quattro 1980 auf dem Genfer Automobilsalon debütierte, präsentierte er eine im Pkw-Bereich völlig neue Kraftübertragung – einen Allradantrieb, der leicht, kompakt, effizient und verspannungsarm war. Damit eignete sich das quattro-Prinzip speziell für schnelle, sportliche Autos und die Fertigung in hohen Stückzahlen, und zwar von Beginn an.

    486.000 Euro bezahlte ein Liebhaber bei einer Auktion, die 2016 in London stattfand, für einen Audi Sport quattro. Nur 214 Exemplare sind von diesem 306 PS (225 kW) starken Über-quattro entstanden. Bei seinem Debüt 1984 kostete er 195.000 Mark.

     

    Der 200 PS starke Ur-quattro blieb, mehrfach technisch überarbeitet, bis 1991 als Serienmodell im Programm. 1984 stellte ihm Audi den exklusiven „kurzen“ Sport quattro mit 306 PS Leistung zur Seite. Mit dem Audi 80 quattro wurde 1986 das bis dato ausschließlich manuell sperrbare Mittendifferenzial durch das erste selbstsperrende Mittendifferenzial ersetzt. Es verteilte die Antriebsmomente zwischen Vorder- und Hinterachse rein mechanisch im Verhältnis 50:50, unter Last flossen bei Bedarf bis zu 75 Prozent auf die Achse mit der besseren Traktion.

    2007 startete der Hochleistungssportwagen Audi R8 in seiner ersten Generation auf den Markt. Sein quattro-Antrieb war maßgeschneidert: Vom Getriebe im Heck lief eine Kardanwelle zu einer ungeregelten Viscokupplung an der Vorderachse. In der aktuellen Generation nutzt der R8 hier eine geregelte Lamellenkupplung.

     

    In den folgenden Jahren fächerte die Marke die quattro-Technologie immer weiter auf. 1995 erschien der Audi A6 2.5 TDI – der erste Diesel mit permanentem Allradantrieb. 1999 zog die quattro-Technologie in Form einer elektrohydraulisch geregelten Lamellenkupplung in die Modellreihen A3 und TT und damit ins Kompaktsegment mit quer eingebautem Motor ein. Den nächsten großen Schritt bildete 2005 das Mittendifferenzial mit der asymmetrisch-dynamischen Grundverteilung von 40 zu 60 zwischen Vorder- und Hinterachse. Mit dem Erscheinen des ersten Audi R8 debütierte 2007 eine Viscokupplung an der Vorderachse, im Jahr darauf gefolgt vom Sportdifferenzial an der Hinterachse. 2016 ergänzte der auf Effizienz optimierte quattro mit ultra-Technologie das Portfolio, und 2019 brachte Audi im e-tron den elektrischen Allradantrieb auf den Markt.

    80 Prozent betrug die Steigung der Skischanze im finnischen Kaipola, auf der Audi 1986 einen legendären Werbesport drehte: Rallye-Profi Harald Demuth bewältigte die verschneiten 47 Höhenmeter im Audi 100 CS quattro.

     

    40 Jahre quattro: Der Siegeszug im Motorsport

    Anfang 1981 startete Audi in die Rallye-WM, und schon im folgenden Jahr beherrschte der quattro-Antrieb das Feld. 1982 gewann Audi die Markenwertung, 1983 holte der Finne Hannu Mikkola den Fahrertitel. Am Ende der Saison 1984 waren beide Titel unter Dach und Fach, Stig Blomqvist (Schweden) wurde Weltmeister. In diesem Jahr setzte Audi zum ersten Mal den „kurzen“ Sport quattro ein, ihm folgte 1985 der Sport quattro S1 mit 476 PS. 1987 gewann Walter Röhrl mit einem speziell modifizierten S1 das Bergrennen am Pikes Peak in den USA – ein starker Schlussstrich unter die wilden Rallye-Jahre.

    1981 startete Audi erstmals offiziell mit dem quattro in die Rallye-Szene. Mit rund 21 Minuten Vorsprung gewann Franz Wittmann die Jänner-Rallye in Österreich, die zur Rallye-EM zählte. Der Lokalmatador siegte auf allen 31 Sonderprüfungen. Zuvor war bereits im November 1980 ein quattro bei der Algarve Rallye in Portugal als nicht gewerteter aber gezeiteter Vorauswagen mit grandiosem Erfolg eingesetzt worden.

     

    6:29 Minuten betrug der Vorsprung, den Walter Röhrl bei der Rallye San Remo 1985 mit dem Sport quattro S1 auf den Zweitplatzierten herausfuhr. Beim letzten Lauf der Saison, der britischen RAC-Rallye, hatte Röhrl ein Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung, das pneumatisch geschaltet wurde. Dieser Vorläufer der heutigen S tronic war damals ein absolutes Novum. Die heutigen elektronischen Möglichkeiten machen die Effizienz und Funktionalität unserer modernen Doppelkupplungs-Getriebe und die aktive Einbindung in die Gesamtabstimmung des Autos erst möglich.

     

    10:47.85 Minuten war die Zeit, mit der Röhrl 1987 mit dem Audi Sport quattro S1 beim Berg-rennen am Pikes Peak (USA) triumphierte. An der schnellsten Stelle der 20 Kilometer langen Strecke, mit 1435 Höhenmetern, einer durchschnittlichen Steigung von sieben Prozent und 156 Kurven, wurde er mit 196 km/h gemessen.

     

    In der Folge verlegte sich Audi auf den Tourenwagensport. 1988 sicherte sich die Marke mit dem Audi 200 in der amerikanischen TransAm-Serie auf Anhieb den Marken- und Fahrertitel, im Jahr darauf traten die Vier Ringe erfolgreich in der IMSA GTO-Serie an. 1990/91 setzte Audi den großen V8 quattro in der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) ein und holte dabei zwei Fahrer-Meisterschaften. 1996 trat der A4 quattro Supertouring in sieben nationalen Meisterschaften an, die er alle gewann. Zwei Jahre später verbannten die europäischen Regelhüter den Allradantrieb weitgehend aus dem Tourenwagensport.

    1988 trat der Audi 200 in der amerikanischen TransAm-Serie an – auch hier holten die Vier Ringe auf Anhieb die Marken- und die Fahrer-Wertung. Das quattro-Prinzip bewies seine Überlegenheit auch auf der Rundstrecke.

     

    2012 startete wieder ein Allrad-Rennwagen von Audi auf der Rundstrecke – der Audi R18 e-tron quattro mit Hybridantrieb. Ein V6-TDI trieb die Hinterräder an, ein Schwungmassenspeicher versorgte zwei E-Maschinen an der Vorderachse mit rekuperierter Energie – beim Beschleunigen nutzte der Rennwagen einen temporären quattro-Antrieb. Seine Bilanz war eindrucksvoll: drei Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und je zwei Fahrer- und Hersteller-Titel in der World Endurance Championship (WEC).

    3 Mal in Folge gewann der Audi R18 e-tron quattro zwischen 2012 und 2014 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Ein V6-TDI trieb die Hinterräder an, ein Schwungmassenspeicher versorgte zwei E-Maschinen an der Vorderachse mit rekuperierter Energie. Dadurch konnte der Rennwagen beim Beschleunigen diesen temporären quattro-Antrieb nutzen.

     

    2019 fuhr Rundstrecken- und Rallyecross- Champion Mattias Ekström einen Teil der verschneiten Skirennstrecke „Streif“ bei Kitzbühel bergauf. Mit einem Audi e-tron quattro mit drei Elektromotoren bezwang er eine Steigung bis zu 85 Prozent.

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